Majestätisch erheben sich die Kreuzberge, vergleichbar der Dolomiten im Südtirol,
über dem Ort Sax im St. Galler Rheintal. Die übermannshohen Löcher in den markanten
Zacken sind je nach Wetterlage sichtbar, doch wie an anderen Orten mit Felsenlöchern,
wissen die Wenigsten, dass an bestimmten Tagen im Jahr auch durch diese Öffnungen
die Morgen- und Abendsonne scheinen kann. Was in Elm wegen seines unangefochtenen
Bekanntheitsgrades wegen bei Schönwetter jeweils Hunderte von Schaulustigen anzieht,
geschieht bei den Kreuzbergen fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit, obwohl sich
das Phänomen nicht minder spektakulär präsentiert, wie die zwei Fotos von Walter
Roggensinger, Grabs, eindrücklich dokumentieren.
Er hat schon längere Zeit nach dem optimalen Standort gesucht und ihn - für die
Morgensonne - im Gebiet der Roslenalp auch gefunden. Das Spezielle bei den
Kreuzberglöchern ist, dass man zu ganz unterschiedlichen Terminen im Jahr,
sowohl die Morgen- wie auch die Abendsonne durch die Löcher sichten kann. Die
beiden Aufnahmen, welche uns Roggensinger freundlicherweise zur Verfügung stellte,
zeigen das Phänomen am 25. September 2003 um 10.13 Uhr MESZ,
respektive 10.18 Uhr MESZ im fünften Kreuzberg.
Abb. 1: Querformat: Sonne im fünften Kreuzberg am 25. September 2003
gegen 10.13 Uhr MESZ, aufgenommen mit Zeiss 2,8/45 ab CD (Kod. 100 US, Nr. 10),
Foto: (c) 2003 by Walter Roggensinger, Grabs SG.
Abb. 2: Hochformat: Sonne im fünften Kreuzberg am 25. September 2003
gegen 10.18 Uhr MESZ, aufgenommen mit Zeiss 2,8/25 ab Negativ 15 ,
Foto: (c) 2003 by Walter Roggensinger, Grabs SG.
Unlängst widmete sich Roggensinger auch den Sonnenuntergängen in den Kreuzberglöchern und fand in der Nähe der Strafanstalt Saxerriet, unterhalb der Siedlung Good den optimalen Standort. Interessanterweise erscheint hier die Sonne um den Tag der Sommersonnenwende, also um den 21. Juni herum (Zeitpunkt: 19.15 Uhr MESZ). Es ist vermutlich ein grosser Zufall - wir kennen ja Geometrien von Steinkreisen wie Stonehenge, welche in prähistorischen Zeiten als astronomische Sonnenuhren dienten Ð dass die Sonne genau zum längsten Tag des Jahres in den Felslücken erscheint! Dennoch muss davon ausgegangen werden, dass das Naturphänomen auch von Einheimischen schon beobachtet wurde, wenngleich dem Ereignis nicht annähernd die Bedeutung wie der Sonne im Elmer Martinsloch zukommt.
Die Autoren dieser Homepage möchten an dieser Stelle Walter Roggensinger für das zur Verfügung gestellte Bildmaterial ganz herzlich danken.