Felsenlöcher, Die lange Suche nach dem günstigen Standort

Die Kreuzberglöcher

Auch in den Kreuzbergen des Alpsteingebirges gibt es drei Sonnenlöcher, welche von der Roslenalp aus zu sehen sind. In Sax, auf der Rheintaler Seite, kennen die Menschen die Felsenfenster in den Kreuzbergen als Wetterboten, denn je nachdem, ob man abends durch sie hindurch blauen oder milchig weissen Himmel sieht, wird das Wetter am nächsten Tag gut oder schlecht. Zwischen Mitte September bis Mitte November scheint die Sonne durch die senkrecht stehenden Felsöffnungen, von denen die höchste ca. 12 Meter misst. Von der "Bolenwis" am Fälensee gelangt man via Saxerlücke in das nach Süden verlaufende Tälchen. Das Sonnen-Ereignis soll man bequem vom Wanderweg aus etwa gegen 10:18 Uhr MESZ beobachten können.

Eine Sage erzählt, dass ein tüchtiger und gläubiger Gamser einst an einem heissen Sommertag im Riet draussen arbeitete, als unverhofft der Teufel erschien und ihm seine Hilfe anerbot. Er würde ihm die ganze mühselige Schufterei abnehmen, unter der einen Bedingung, dass wenn er noch vor dem Abendgeläut fertig wäre, ihm die Seele des Bauern gehören würde. Weil dies schier unmöglich schien und selbst dem Teufel nicht gelingen konnte, willigte der Angesprochene im Vertrauen auf Gottes Hilfe ein. Er begab sich in den Schatten eines Baumes, ruhte sich erstmal aus, stärkte sich mit Brot und Käse und beobachtete den Gehörnten, wie dieser wild werkte und mit seiner Arbeit im Nu voran kam. Bald wurde dem Bauer flau in der Magengegend, als fest stand, dass der Schwarze den Wettlauf mit der Zeit pünktlich mit dem Abendglöcklein gewinnen würde. Alles Beten zum lieben Gott, er möge ihm seinen Leichtsinn verzeihen, schien nichts zu nützen. Der Allmächtige war über den Gamser erzürnt, wie dieser sein Seelenheil aufs Spiel gesetzt hatte und liess ihn noch ein Weilchen zappeln.
Wie der Teufel das Fuder auf dem Wagen festband, erbarmte sich aber Gott und rührte mit seinem Finger das Abendglöcklein etwas vor der Betzeit an, welches in einem hellen Klingen über die Felder erschall. Eine reumütige Seele wolle und könne er nicht der Hölle überlassen.
Der Böse zuckte zusammen, weil er glaubte sich verrechnet zu haben, warf wutentbrannt Bindbaum und anderes Werkgeschirr gegen die Felswand und verschwand so unvermittelt, wie er gekommen war. Die Wucht der Wurfgeschosse war so gross, dass sie in der gezackten Bergkette Löcher hinterliessen, die noch heute an jenes Erlebnis erinnern und daher auch "Teufelslöcher" genannt werden.