Link zu den aktuellen Ereignissen am Fora digl Ela
Link zur Ela-Loch Bildgalerie
In Bergün (Bravuogn) im Albulatal liegt ziemlich genau im Südwesten des Dorfes der 3339m hohe Piz Ela. Etwas vorgelagert erheben sich rechts von ihm der Piz Radond und linkerhand der 2736m hohe Piz Rugnux. Diese beiden Gipfel schränken denn auch die Sicht auf den Ela vom Dorf Bergün ein. Vom Unterdorf verschwindet er ganz hinter dem Piz Radond.
Etwa 20 m unter dem vom Gipfel des Piz Ela links abfallenden Grates befindet sich auf etwa 3270 m über
Meer eine ca. 2.5 m hohe, 5 bis 6 m breite und 3 m tiefe Öffnung im Fels.
Sie liegt in der
Verlängerung eines schräg von oben links nach rechts unten verlaufenden Felsbandes
(Koordinaten 773.900 / 163.560). Wie in Elm und den anderen Sonnenlöchern scheint auch in
Bergün zweimal im Jahr die Sonne an verschiedenen Terminen durch das Loch "Fora digl
Ela", wie es romanisch genannt wird, aufs Dorf. Von blossem Auge ist das Piz Ela-Loch kaum
bis gar nicht auszumachen; dazu bräuchte man ein stark vergrösserndes Fernglas oder gar ein Teleskop.
Von den Einheimischen bekommt man über den Sonnenstrahl durchs Fora digl Ela oder Piz Ela-Loch nur
ungefähre Angaben. Zwischen dem 15. und 20. Oktober wandert der Lichtfleck vom Bergüner Oberdorf
täglich etwa 50m nordwärts das Dorf hinunter und ist am 20. Oktober von der Albulastrasse aus vor
der Post Bergün zu sehen. Am 16. Oktober 2003 konnte ich den Strahl durchs Ela-Loch rund 80m oberhalb
des Hotels Piz Ela, ebenfalls von der Hauptstrasse aus, beobachten.
Auffallend ist, dass selbst die Dorfbewohner über den genauen Verlauf und den exakten Zeitpunkt
des Durchscheinens wenig Bescheid wissen.
Eher stösst man auf erstaunte Gesichter, wenn man sich,
wie Walter Roggensinger aus Grabs, mit Fotoapparaten und Stativen am Strassenrand postiert und ab und zu
zum Ela hochguckt, um sicher zu gehen, dass die Sonne auch am richtigen Ort hinter der Bergflanke verschwindet.
"Kommt heute die Sonne durchs Loch?", fragte ein Ortsansässiger, blickte kurz zum Tagesgestirn hoch und ging seines Weges.
Pünktlich um 15:46 Uhr MESZ tangierte die Sonnenscheibe die Felswand. Als die Hälfte verschwunden war, leuchtete um 15:47 Uhr MESZ auf einmal etwa 20m unter dem Grat ein kleines Fleckchen auf. Eine zeitlang schien noch ein Stück Sonne hinter dem Piz Ela und gleichzeitig durch die winzige Öffnung im Fels. Etwa eine Minute später, um 15:48 Uhr MESZ, glitzerte das grelle Sonnenlicht wie ein Sternchen nur noch durchs Ela-Loch; ein wahrhaft magischer Moment, weil der Lichtstrahl kaum auszumachen und wesentlich schwächer ist als in Elm.
Auch in Bergün kann man bequem mit dem Sonnenstrahl mitwandern, erst die Albulastrasse hinauf. Zwischen den schmucken Häusern lohnt sich immer wieder ein Blick hoch zum "Geheimnis im Berg". Schliesslich wanderte der Lichtfleck am 16. Oktober 2003 über den Schulhausplatz hinauf zur Spielwiese, wo ich ihm nicht mehr weiter folgte.
Das Ereignis dauert, wenn man nicht mitspaziert, etwa anderthalb Minuten. Besonders eindrücklich ist das Verlöschen des Strahls. Wegen der geringen Grösse des Lochs erlischt der Sonnenfunke in Sekundenkürze!
Im Frühling wiederholt sich das Naturschauspiel in den Tagen vom 22. bis 27. Februar, wobei der Lichtstrahl diesmal vom Unterdorf her (Post Bergün) hinauf ins Oberdorf wandert. Es wird angenommen, dass die aus dem 12. Jahrhundert stammende Kirche, welche zuoberst im Oberdorf steht, Anfang März gerade noch beschienen wird - zu diesem Zeitpunkt wurde früher der "Chalanda Marz" gefeiert. Die Bahnen des Lichtflecks wandern von Westnordwesten nach Ostsüdosten über das Gelände. Wo genau das Sichtbarkeitsgebiet durch die beiden eingangs erwähnten Berggipfel eingeschränkt wird, ist noch weitere Feldarbeit wert. Gesichert ist hingegen (*), dass man das Phänomen im Ela-Loch im Frühjahr bereits am 6. / 7. Februar vom Dorf Latsch oberhalb von Bergün aus sehen kann, im Herbst entsprechend später um den 30. / 31. Oktober und 1. November. (*) wird noch genau überprüft und auch zeitlich nachgerechnet!